x3

Diese Folge ist der zweite Teil einer Podcast-Reihe zu transgenerationalen Traumata, Aussiedler:innen, Spätaussiedler:innen sowie hybriden und fluiden Identitäten im Spiegel des PostOst-Diskurses.

Migration bedeutet hybride Identitäten und das ständige Sich-Erklären-Müssen. Die Rückkehrdebatten, die Suche nach echten Räumen, die prekäre Förderlogik und die Krisen heutiger Zeit werfen Fragen auf:

💭 Welche Narrative prägen die jüngere Generation von Spätaussiedlern?
💭 Wie funktioniert Empowerment, ohne transgenerationale Traumata zu negieren?
💭 Und wie schaffen wir Solidarität statt Konkurrenz zwischen neuen und etablierten Strukturen?

🗣️ Gemeinsam mit Eugenie Frank und Nikita Heidt sind wir in die tiefen Schichten deutscher Migrationspolitik gegenüber sogenannten Russlanddeutschen, Spätaussiessiedlern und Vertrieben eingetaucht – von der Abwertung in der Sowjetunion über rechtliche Brüche seit 1993 bis zur Frage, wie wir heute solidarisch handeln können, ohne die Vorarbeit vorheriger Generationen zu untergraben.

Klar ist: Wir brauchen differenzierte Positionierungen zwischen Behördenbegriffen, wissenschaftlichen Kategorien und gelebten Erfahrungen.

Die Aufnahme entsteht im Auftrag von Katarina Niewiedzial @integrationsbeauftragteberlin, Beauftragte des Senats von Berlin für Partizipation, Integration und Migration, und Walter Gauks @waltergauks, Ansprechperson für Deutsche aus Russland, Spätaussiedler und Vertriebene in Berlin.

Herzlichen Dank an n-ost für die Studio-Kooperation @n_ost_org

Die Gesprächspartner:innen:

Nikita Heidt wurde 1995 in Moskau geboren und kam 2019 als Spätaussiedler nach Deutschland. Er beschäftigt sich mit dem Thema Russlanddeutsche, schrieb seine Masterarbeit als Historiker über russlanddeutsche Gemeinschaften in Russland, Deutschland und den USA. 2023 gründete er die Riwwel gUG sowie weitere Initiativgruppen in Berlin, darunter „Warum бы и nicht“, durch die die Integration von Spätaussiedlern und die weltweite Vernetzung der russlanddeutschen Communitys gefördert werden.

Riwwel — (Organisation für Spätaussiedler:innen und Russlanddeutsche 2. Generation)

Gemeinsam unterwegs — BAMF-Programm “Gemeinsam unterwegs: Identität. Anerkennung. Begegnung” (§9 Abs.4 BVfG)​

Warum бы и nicht Berlin — Club/Initiative im Übergangswohnheim.

Eugi Frank verbindet in diesem Talk persönliche Erfahrungen mit ihrer beruflichen Expertise in diskriminierungskritischer Bildungsarbeit. Auslandsaufenthalte in Tadschikistan und Kasachstan sowie ihr politisches Engagement prägen ihren Blick auf Herkunft, Identität und Solidarität. In ihrer Masterarbeit ((Un-)Sichtbare Migration?! Identitätskonstruktionen russlanddeutscher (Spät-)Aussiedler:innen in der zweiten Generation) beschäftigte sie sich zudem wissenschaftlich mit den Identitätskonstruktionen der zweiten Generation russlanddeutscher (Spät-)Aussiedler*innen.

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Die Hosts:
Julia Boxler @boxxler
Ani Menua @ani_menua

👂 Weitere Podcast-Folgen zum Thema:

Folge 40 Partizipation statt Integration: mit Katarina Niewiedzial

Folge 26 Russlanddeutsch und BIPoC: Zu Gast Angelika Kim

Folge 88 Talking PostOst Migration mit Emilia Smechowski, Maria Alexopoulou, Nane Khachatryan & Julia Boxler

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Hinweis:
Dieses Transkript wurde automatisch erstellt und kann Fehler, Auslassungen oder ungenaue Formulierungen enthalten. Maßgeblich ist die gesprochene Originalaufnahme.

00:00:00 Julia Boxler
Hallo und schön, dass ihr zuhört und willkommen zu unserer zweiteiligen Podcast-Reihe zum Thema transgenerationale Traumata, Aussiedler, Spätaussiedler, hybride und fluide Identitäten im Spiegel des PostOst-Diskurses.
Diese Reihe entsteht im Auftrag von Katarina Niewiedzial, der Beauftragten des Senats von Berlin für Partizipation, Integration und Migration, und Walter Gauks, der Ansprechperson für Deutsche aus Russland, Spätaussiedler und Vertriebene in Berlin.

In der heutigen Folge richten wir den Blick auf die gegenwärtigen Perspektiven von jungen Menschen, die aus verschiedenen Migrationsverhältnissen heraus ihre Erfahrungen und Migrationsgeschichten mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen und Diskursen – wie zum Beispiel dem PostOst-Diskurs – verknüpfen, aber auch Themen rund um das Spätaussiedler-Dasein aufgreifen.
Wir sprechen über historisch Gewachsenes, über transgenerationelle Herausforderungen, Spannungen, Dissonanzen, aber auch Potenziale und Solidaritäten. Und wartet ab: Wir sprechen sogar über Themen, die wir in diesem Podcast noch nie berührt haben, wie Russlanddeutsche in Süd- und Nordamerika. Wir erwähnen das nur am Rande, aber bleibt auf jeden Fall dran, es wird immer wieder kurz thematisiert. Also schaltet ein.

Zu Gast haben wir heute gleich zwei Menschen – auch eine Seltenheit im Aufnahmestudio von x3. Ich fange mit dir an, Nikita. Du sitzt ja auch gerade neben mir und das hat auch einen anderen Grund: Wir haben uns 2019 zufällig im Auffanglager Friedland kennengelernt. Das wird einigen der Zuhörer:innen etwas sagen. Eine Freundin von mir war damals frisch in Deutschland angekommen und ich habe sie filmisch und freundschaftlich durch diese anstrengende Zeit begleitet. Dort habe ich auch mit dir und deinem Vater ganz zufällig gesprochen, weil ihr in derselben Baracke untergebracht wart.

Schon damals schien mir, dass du alles andere als verloren warst. Du kamst mit Plänen und voller Energie hierher und warst auch schon in deiner Heimat in auslandsdeutschen Strukturen involviert. Und jetzt, sechseinhalb Jahre später, hast du hier schon ordentlich etwas aufgebaut. Dazu werden wir sicherlich viel hören in dieser Folge. Hallo, Nikita Heidt.

00:02:21 Nikita Heidt
Hallo Julia, danke.

00:02:23 Julia Boxler
Jetzt stelle ich noch ganz kurz Eugi vor. Eugi Frank, dich hat es das erste Mal ganz woanders getroffen, und zwar 2022 bei einem sehr intensiven PostOst-Kongress. Das war so das erste Mal, dass Leute versucht haben, sich unter diesem „PostOst“-Hut zu treffen, und das hat alle sehr beschäftigt. Darüber reden wir vielleicht auch noch kurz.

Seitdem sind wir immer wieder im Austausch gewesen und haben deine spannenden neuen beruflichen Herausforderungen im Diskurszusammenhang begleitet und uns auch wissenschaftlich immer wieder dazu ausgetauscht. Du hast zu dem Thema, über das wir heute sprechen, gearbeitet und teilweise auch den PostOst-Diskurs mit eingebunden. Dazu freuen wir uns, etwas zu hören.

Vielleicht würde ich an dieser Stelle auch gleich sagen: Könnt ihr euch kurz selbst vorstellen? Das haben wir so gehalten bei unseren Folgen, die wir hier im Studio aufgezeichnet haben – im Studio von n-ost übrigens, vielen Dank für diese Kooperation. Wer möchte anfangen?

00:03:27 Eugenie Frank
Danke für die Vorstellung und für die Einleitung. Ich freue mich, hier zu sein und habe mir lange Gedanken gemacht, wie ich mich und meine Expertise vorstellen kann. Ich habe mich entschieden, bei meinem Aufwachsen in der Provinz zu beginnen.

Ich bin als Kind von Aussiedler:innen aufgewachsen. Meine Mutter ist als Aussiedlerin, mein Vater als ethnisch russischer Partner nach Deutschland gekommen. Ich habe immer das Gefühl vermittelt bekommen, nicht dazuzugehören. Weil ich selbst immer das Gefühl hatte, nicht dazuzugehören, habe ich mich wissenschaftlich mit dem Thema auseinandergesetzt und in meiner Masterarbeit die Frage untersucht: Wie ist es für die Generation, die in Deutschland geboren ist, mit ihrer Identitätskonstruktion und Verortung?

So hat sich auch meine berufliche Laufbahn entwickelt. In meinem Sozialwissenschaftenstudium habe ich das Handwerkszeug zu verschiedenen Formen von Diskriminierung gelernt und unterschiedliche Positionierungen kennengelernt. Ich habe mich dann im Bereich politische Bildung gefunden und lange Zeit aktiv in der politischen Bildung gearbeitet, habe sogar einmal für die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland gearbeitet.

Jetzt bin ich im Abgeordnetenbüro von Natalie Pawlik, die in der letzten Legislatur unsere Aussiedlerbeauftragte und Beauftragte für nationale Minderheiten war.

00:04:55 Ani Menua
Hi, herzlich willkommen auch von meiner Seite. Ich bin Ani Menua und ich freue mich, dass wir heute alle zusammensitzen. Das Thema ist super spannend, danke für die Einführung.

00:05:08 Nikita Heidt
Hallo und vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich, hier zu sein. Es ist wirklich interessant, dass wir uns schon seit sechseinhalb Jahren kennen, das ist unglaublich viel Zeit.

Ich bin in Moskau, Russland, geboren und dort aufgewachsen. Später habe ich angefangen, mich mit dem Thema Russlanddeutsche zu beschäftigen. Ich wollte mehr über mich selbst wissen, weil ich diese Geschichte vor allem von meinem Vater kannte. Er sagte mir immer: „Du hast einen deutschen Namen.“ Ich erinnere mich, dass ich in der Schule ständig daran erinnert wurde, dass ich einen deutschen Namen habe.

Ich wollte verstehen, was dahinter steckt. Dann war ich in Russland in russlanddeutschen Strukturen aktiv. Wir haben dort eine Jugendinitiative gegründet, die in diesen Jahren eine der erfolgreichsten Initiativen war. Meine Masterarbeit habe ich ebenfalls im Bereich Russlanddeutsche geschrieben. Es ging nicht nur um die Geschichte selbst, sondern mehr um Soziologie: ein Vergleich von Russlanddeutschen in Russland, Deutschland und den USA. Dieses Thema verfolge ich bis heute weiter.

Dann bin ich mit meinem Vater als Spätaussiedler nach Deutschland gezogen. Dort haben wir uns kennengelernt. Ich wollte diese Arbeit hier fortführen, weil mich das Thema sehr interessiert.

00:06:54 Ani Menua
Ihr habt euch beide in euren Masterarbeiten mit diesem Thema beschäftigt. Könnt ihr noch hinzufügen, in welcher Disziplin ihr jeweils geschrieben habt?

00:07:08 Nikita Heidt
Ich bin Historiker.

00:07:10 Eugenie Frank
Du bist Historiker.

00:07:11 Ani Menua
Genau. Und du?

00:07:13 Eugenie Frank
Ich bin Sozialwissenschaftlerin, und die Arbeit war in der Erziehungswissenschaft und Soziologie angesiedelt.

00:07:20 Ani Menua
Danke, das ist gut für die Einordnung, um zu verstehen, welche Fragestellungen eine Rolle gespielt haben.

00:07:27 Julia Boxler
Ich habe jetzt eine erste Frage formuliert und möchte euch zum Einstieg etwas fragen, das vielleicht banal klingt, aber es ist bei uns oft so, dass die banalsten Fragen die kompliziertesten sind:

Welche Missverständnisse begegnen euch am häufigsten, wenn ihr über Spätaussiedler:innen, Aussiedler:innen oder Russlanddeutsche sprecht – auch im Identitätsverständnis oder in Bezug auf die PostOst-Community? Je nachdem, welche Begrifflichkeiten ihr jeweils nutzt – alle oder keine.

00:08:05 Nikita Heidt
Wir verwenden den Begriff „Russlanddeutsche“.

00:08:07 Julia Boxler
Wer ist „wir“?

00:08:09 Nikita Heidt
Mit „wir“ meine ich unsere Organisation Riwwel. Riwwelist die Organisation, die ich gegründet habe, nachdem ich nach Deutschland gekommen bin – genauer gesagt etwas später.

Die Organisation beschäftigt sich mit Spätaussiedler:innen, vor allem mit russlanddeutschem Hintergrund, und mit Russlanddeutschen der zweiten Generation. Mit zweiter Generation meine ich nicht Senior:innen, sondern Menschen, die hier aufgewachsen sind. Es gibt Menschen, die frisch nach Deutschland gezogen sind – so wie ich oder Studierende, die 2025 zu unseren Kursen kamen. Und es gibt Menschen, die hier aufgewachsen sind – wie ich heute oder wie Eugenie.

00:09:12 Ani Menua
Mit diesen Generationen ist es wirklich schwierig – erste, zweite, dritte. Ich weiß auch nie, was damit gemeint ist.

00:09:19 Nikita Heidt
Genau, und mit der Sprache ist es ähnlich: Welche Muttersprache hat jemand?

Wir verwenden bewusst den Begriff „Russlanddeutsche“, weil wir ihn als Sammelbegriff verstehen. Er umfasst vor allem Wolgadeutsche, Schwarzmeerdeutsche, Krimdeutsche, Deutsche aus der Umgebung von St. Petersburg und viele andere Gruppen, die später als Russlanddeutsche bezeichnet wurden.

Wenn wir in unserer Arbeit stattdessen „PostOst“ oder „postsowjetische Deutsche“ sagen, verlieren wir bestimmte Gruppen. Wir haben auch Russlanddeutsche oder „Germans from Russia“ in den USA oder in Argentinien, mit denen wir gerne arbeiten und Gemeinsamkeiten finden möchten.

Es ist spannend, weil Menschen dort unterschiedliche Sprachen sprechen – Spanisch in Argentinien, hier Deutsch, Russisch, Ukrainisch und andere Sprachen – und wir uns trotzdem über diesen Begriff verbinden können.

Ein häufiges Missverständnis ist, dass wir oft mit Deutschen aus der Ukraine oder ukrainischen Geflüchteten arbeiten, die im ersten Moment glauben, wir seien Putin-Versteher oder würden Russland politisch unterstützen. Das ist nicht so. Wir sprechen von „Russlanddeutschen“ als Sammelbegriff.

Seit Beginn des Krieges wissen wir, dass einige Organisationen ihren Namen geändert haben – etwa vom „Historischen Forschungsverein der Deutschen aus Russland“ zum „Historischen Forschungsverein der Deutschen aus Osteuropa“. Aber wenn man „Osteuropa“ sagt, dann fehlt zum Beispiel Kasachstan – und von dort kommen sehr viele Russlanddeutsche.

00:11:54 Julia Boxler
Genau, die meisten kommen aus Kasachstan. Das habe ich bei dir gerade vermisst, als du erzählt hast, und dachte: „Ich komme aus Kasachstan – und die meisten sogenannten Russlanddeutschen kommen auch aus Kasachstan.“

Ich verwende den Begriff „Russlanddeutsche“ sehr ungern oder gar nicht – höchstens in bestimmten Diskussionen, um etwas einzuordnen. Für mich ist das ein Rechtsbegriff, ein staatlicher oder Behördenbegriff. Ich benutze ihn eher technisch.

Es ist aber spannend, was du sagst. Wenn in Süd- oder Nordamerika Menschen diesen Begriff historisch gewachsen für sich verwenden und man sich darüber trifft, ist das natürlich eine interessante Dimension.

00:12:45 Ani Menua
Vielleicht kannst du kurz ausführen, wie diese Menschen in die USA oder nach Argentinien gekommen sind. Das ist, glaube ich, nicht jedem klar. Das sind ja nicht die einzigen Orte – auch Kanada hat eine große Community. Vielleicht kannst du kurz erklären, wie diese Menschen nach Amerika gekommen sind.

00:13:14 Nikita Heidt
Gerne. In den 1870er-Jahren gab es Probleme für Deutsche, die im Russischen Reich lebten. Sie sollten Militärdienst leisten und viele – etwa ein Drittel aller Deutschen im Russischen Reich – entschieden sich, ins Ausland zu ziehen.

00:13:41 Julia Boxler
Teilweise auch aus religiösen Gründen, weil sie keinen Militärdienst leisten wollten. Das war einer der Gründe.

00:13:47 Nikita Heidt
Ja, vor allem für Mennoniten, die sich damals entschieden haben, weiterzuziehen. Auch Wolgadeutsche sind ausgewandert.

Seit dieser Zeit leben Menschen mit wolgadeutschem oder schwarzmeerdeutschem Hintergrund in Nord- und Südamerika. Laut Statistik – zum Beispiel laut Brent Mai, einem der wichtigsten Historiker in den USA – leben dort etwa fünf Millionen Menschen mit wolgadeutschem Hintergrund. Wie viele Schwarzmeerdeutsche es sind, ist noch unklar, möglicherweise noch einmal die Hälfte oder mehr.

In Argentinien leben, je nach Statistik, etwa zweieinhalb Millionen Menschen deutscher Herkunft, und zwei Millionen davon haben wolgadeutsche Vorfahren. In bestimmten Regionen, mit denen wir arbeiten, haben etwa 25 Prozent der Bevölkerung wolgadeutsche Wurzeln.

Wir haben dort Interviews geführt. In einem Raum kamen Journalist:innen eines lokalen Mediums, fragten nach dem Thema – wir sagten: „Wir sind Wolgadeutsche, wir möchten darüber sprechen.“ Und sie sagten: „Ich auch.“ Dann noch jemand: „Ich auch.“

Ich habe einfach gezählt: Sieben Menschen im Raum, sechs davon mit wolgadeutschem Hintergrund.

00:16:13 Julia Boxler
Das funktioniert auch in meiner Familie. Ich habe viele Verwandte in Argentinien und Nordamerika, viele heißen Boxler – hi, shout out. Manchmal schreiben sie mir auf Instagram. Alle, die Boxler heißen, sind miteinander verwandt.

Wir haben ein Familienbuch, das genau auf dieser Geschichte beruht: Ein Schweizer Boxler ist in die USA gefahren und im Hotel hieß es: „Hier ist noch ein anderer Boxler.“ Und sie waren verwandt.

00:16:44 Ani Menua
Ein Teil meiner russlanddeutschen Familie – angeheirateten– lebt in Kanada.

00:16:52 Nikita Heidt
Aha, super.

00:16:55 Julia Boxler
Das sollte nur ein bisschen bildhaft sein. Nikita, du hast in deiner Ausführung schon viele Widersprüche und Fragwürdigkeiten rund um den Begriff „Russlanddeutsche“ aufgeworfen.

Wir haben diese Amerika-Nord-Süd-Debatte bei x3 noch gar nicht wirklich aufgemacht, aber sie steht seit Tag 1 auf unserer Themenliste, weil sie mich persönlich betrifft. Ich finde es super spannend. Mal schauen, wann wir zu diesen Kontinenten kommen.

Jetzt kommen wir – fünf Minuten später – zu Eugi. Vielleicht kannst du noch auf meine ursprüngliche Frage zurückkommen: Welche Missverständnisse begegnen dir am häufigsten?

00:17:38 Eugenie Frank
Das klassische Missverständnis, das Nikita schon beschrieben hat: Wenn ich den Begriff „Russlanddeutsche“ benutze, kommt sofort die Reaktion: „Ah ja, du kommst also aus Russland.“ Das stimmt nicht. Wir referieren auf das historische Russische Reich.

Ich benutze den Begriff für mich persönlich und erkläre ihn dann. Wenn ich sage, wer ich bin und wo ich herkomme, geht das immer mit einem zehnminütigen Monolog einher. Ich weiche davon aber nicht ab, weil mir wichtig ist, dass die Leute verstehen, um wen es sich handelt.

Ich würde auch gern auf den PostOst-Begriff eingehen. Ich halte ihn für sehr wichtig. Gleichzeitig fällt es mir generell schwer, meine Identität zu labeln. Wir haben es im Titel schon erwähnt: Wir alle haben hybride und fluide Identitäten. Es gibt keine festgeschriebene Identität, sie ist immer im Fluss und kontextabhängig.

Wie sehr ein Begriff aneckt, wie sehr man sich erklären muss, ist ebenfalls kontextabhängig.

Den PostOst-Begriff halte ich persönlich für relevant, weil er für mich stark mit politischen Kontexten verbunden ist. Ich habe mich früh politisiert, war aber erst später mit anderen migrantischen Personen, die andere Biografien hatten als ich, politisch aktiv.

Dabei wurde deutlich: Wir haben als Russlanddeutsche eine andere Geschichte. Menschen, die als ethnische Deutsche mit deutschem Pass hierher einwandern, genießen privilegierte Stellungen. Sie bekommen mit Ankunft in Deutschland einen deutschen Pass. Andere kommen mit ausländischer Staatsbürgerschaft – ihre Ausgangsvoraussetzungen sind andere. Dennoch ähneln sich die Erfahrungen aufgrund der Migrationserfahrung.

Das hat sich auch in meiner Masterarbeit bestätigt: Migrationserfahrung teilen alle – unabhängig davon, ob man mit deutschem Pass oder ausländischer Staatsbürgerschaft kommt. Welche Zugänge man bekommt, wie der Arbeitsmarktzugang ist, ist eine andere Frage.

Jetzt zurück zu PostOst: Ich habe lange gesucht, um mich mit Leuten zu verbünden, um Solidaritäten zu schließen. Und hier: Shoutout an meine Kontingent-Friends – jüdische Kontingentflüchtlinge. Dort hatte ich meine ersten Anknüpfungspunkte mit Menschen aus Zentralasien, Ukraine, Russland, Belarus, die sich mit ihren Identitäten auseinandergesetzt haben.

In meiner Erfahrung war das vor allem, weil sie von Antisemitismus betroffen sind. Gleichzeitig haben wir ähnliche Erfahrungen gemacht.

Ich habe immer nach politischen Solidaritäten gesucht. Wenn ich den PostOst-Begriff benutze, sind es meist politisierte Leute, mit denen ich spreche. Das ist mir wichtig, und ich freue mich, dass es diese Bubble gibt. Ich sage auch immer „die PostOst-Bubble“.

Ich benutze den Begriff, um zu markieren: Ich rede über Menschen, die vieles eint – und gleichzeitig ist es wichtig, Nuancen und Unterschiede wahrzunehmen, etwa die Privilegien, die die einen genießen. Auch bei den Contingent-Flüchtlingen ist die rechtliche Stellung eine andere als bei Russlanddeutschen.

Ich finde den Begriff gut, aber wir müssen genau hinschauen: Um wen geht es, und wann brauchen wir ihn? Ich glaube, wir brauchen ihn vor allem, um solidarisch miteinander zu sein oder zu werden.

00:25:32 Ani Menua
Privilegien kommen in diesen Diskursen immer wieder vor, auch als Argument, dass man migrantische Diskurse aufgrund vorhandener Privilegien nicht wirklich mitgestalten könne. Es ist aber wichtig zu verstehen, dass Privilegien immer in Relation zu etwas betrachtet werden müssen.

Diese Privilegien verschleißen mit der Zeit. Wir haben trotzdem Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt, im Gesundheitswesen, in Institutionen, in bürokratischen Strukturen. Ich wette, ihr müsst auch 300 Dokumente bringen, wenn ihr Kinder bekommt oder heiraten wollt. Da greifen diese Privilegien kaum.

00:26:28 Eugenie Frank
Ich würde da gerne anknüpfen. Was nicht vergessen werden darf: In meiner Masterarbeit habe ich zehn biografisch-narrative Interviews geführt – mit Kindern von Russlanddeutschen. Es hat sich gezeigt, dass die Hälfte Kinder aus binationalen Ehen waren. Das ist wichtig.

Die angeheirateten Elternteile haben – je nachdem, ob sie vor oder nach 1993 gekommen sind – ganz unterschiedliche rechtliche Stellungen. Das sorgt dafür, dass Menschen eine emotionale Verbindung zur Diskriminierung der Eltern haben.

Das Gefühl, nicht dazuzugehören, bleibt bestehen, wenn man sieht, dass die eigenen Eltern nicht als gleichwertig anerkannt werden.

Wir – meine Generation – können vieles maskieren. Wir können entscheiden, ob wir unsere Identitäten preisgeben oder nicht. Aber viele Eltern haben ihre Abschlüsse nicht anerkannt bekommen. In provinziellen Gegenden ist es ohnehin so, dass man als Zugezogener markiert wird.

Diese emotionale Verbindung – dass unsere Eltern nicht als gleichwertig anerkannt werden – lässt uns mit dem Gefühl zurück, nicht ganz Teil der Dominanzgesellschaft zu sein.

00:27:50 Julia Boxler
Vielen Dank, Eugenie, für deine Ausführungen. Ich will kurz an diese Verantwortung anschließen. Du hast im Grunde gesagt, dass wir sehr viel Verantwortung tragen – freiwillig.

Wir vier hier, aber auch viele Hörer:innen: Einerseits gibt es diese transgenerationale Verantwortung, andererseits die Verantwortung gegenüber der postmigrantischen Gesellschaft.

Wir können code-switchen, uns teilweise maskieren. Andere migrantische Kindergenerationen können das nicht, sie sind intersektional anders betroffen. Diese Austausche hatten wir im Podcast immer wieder über die letzten Jahre und wir haben festgestellt, dass diese Intersektionalitäten wichtig sind.

Nichtsdestotrotz haben wir unsere eigenen Kämpfe, die sich gern mit anderen migrantischen Kämpfen solidarisieren.

Unsere Frage an euch: Ihr seid durch eure Arbeit Teil einer „verantwortungsjüngeren“ Generation. Nikita, du bist zusätzlich „junger“ Migrant, weil du erst seit sechseinhalb Jahren hier bist und jünger als wir.

Welche Narrative prägen eure Arbeit und eure Generation? Und seht ihr Unterschiede zu den vorangehenden Generationen?

00:29:33 Eugenie Frank
In den Analysen meiner Arbeit hat sich gezeigt – und das ist relevant für unseren Diskurs und die Frage nach Verantwortung –, dass viele der hier geborenen oder mitgebrachten Generation sich ihrer Verantwortung bewusst sind.

Spannenderweise: Je stärker sich Menschen politisieren und je intensiver sie sich mit ihren eigenen Diskriminierungserfahrungen oder denen ihrer Eltern auseinandersetzen, desto eher verorten sie sich als migrantisch.

Weil sie ähnliche Erfahrungen wie andere marginalisierte migrantische Gruppen machen und alle nach Zugehörigkeit streben. Die Gruppe meiner Interviewpartner:innen – Kinder von Russlanddeutschen – solidarisiert sich über die gemeinsame Abwertungserfahrung, den gemeinsamen Ausschluss.

Sie sagen: „Wir wissen, wie sich das anfühlt.“ Gleichzeitig wissen sie, dass sie aufgrund ihres Phänotyps oft besser gestellt sind. Aber je nachdem, welchen Namen du trägst, bist du leicht erkennbar und als „fremd“ markiert.

Je politischer diese Personen werden, desto migrantischer verstehen sie sich, weil sie erkennen, dass die Dominanzgesellschaft ihnen keinen Raum lässt, als gleichwertiger Teil anerkannt zu werden.

Deshalb ist es ihnen wichtig, sich solidarisch zu zeigen und ihre Privilegien zu nutzen. Das ist in der PostOst-Bubble vielen klar.

00:31:23 Ani Menua
Diese Abwertungserfahrung ist transgenerational vorhanden. Die Politik im Russischen Reich gegenüber Deutschen war marginalisierend, das sowjetische Regime hat dann den Rest getan.

Wir sprechen also über Traumata, die zur Identitätsbildung beitragen. In deiner Arbeit kommt häufig das Wort „Identitätskonstruktion“ vor. In welches Verhältnis setzt du diese Abwertungserfahrung über Generationen hinweg zur Identitätsbildung?

00:32:22 Eugenie Frank
Zuerst: Von welchem Identitätsbegriff reden wir? Ich benutze „Identitätskonstruktion“, um zu markieren, dass Identitäten nicht starr sind. Identitäten sind nie „fertig“, sie sind hybrid, fluid und kontextabhängig.

In meiner Arbeit hat sich gezeigt, dass junge Menschen, in deren Familien über die russlanddeutsche Geschichte gesprochen wurde, sich viel leichter verorten konnten. Ihr Selbstbild wurde weniger durch Fremdzuschreibung erschüttert – etwa durch die Zuschreibung „Russe“, weil zuhause Russisch gesprochen wird.

Wenn du deine Geschichte kennst, wird deine Identität weniger erschüttert.

Was hat das mit transgenerationalen Traumata zu tun? Dadurch, dass es in der Sowjetunion diskriminierende Politik gab, haben viele gelernt, sich zu assimilieren und nicht über ihre Geschichte zu sprechen – einerseits wegen der Traumata, andererseits, um nicht aufzufallen.

Dieses Schweigen wurde weitergegeben. Viele haben erst durch die Fremdzuschreibung „Russe“ begonnen, sich zu fragen: Wer bin ich eigentlich? Sie sind hier geboren, mit Deutsch aufgewachsen, und trotzdem als „Russen“ markiert.

Unsere Vorfahren haben in der Sowjetunion gelernt, sich anzupassen, nicht zu sprechen, und sind nach Deutschland gekommen in der Erwartung, hier als Deutsche unter Deutschen anerkannt zu werden. Das ist nie passiert.

Deutschland hat wenig Raum gelassen für eine migrantisch-deutsche Identität. Man hat sie auf ihr „Deutschsein“ festgeschrieben. Das hat dazu geführt, dass gegenüber anderen Migrant:innen abgewertet wurde, um sich der Dominanzgesellschaft zugehörig zu fühlen.

Das ist fatal – und ein deutsches Problem, weil Deutschsein immer noch an „Blut“ und Geburt in Deutschland geknüpft wird.

00:35:06 Ani Menua
Genau darauf wollte ich hinaus. Vielen Dank.

00:35:10 Nikita Heidt
Ein kurzes Beispiel zum Thema Russlanddeutsche und „deutsch sein“:

Im 19. Jahrhundert sind Deutsche in die USA gezogen. Die Zeitungen konnten sie nicht einordnen. Sie kamen in Pelzmänteln, hatten sehr große Familien, tranken statt Bier Wodka, sprachen aber Deutsch.

Die Zeitungen in Kansas beschrieben sie so. Vorher kannte man in den USA das Bild des Deutschen mit Lederhose und Bier. Jetzt kamen ganz andere Deutsche. Das zeigt, wie schwierig Identitätszuschreibungen sind.

Wenn diese Menschen später nach Deutschland gekommen wären und gesagt hätten „Wir sind deutsch wie ihr“, wäre die Reaktion vermutlich gewesen: „Nein, ihr seid anders.“

Identität ist kompliziert.

00:36:28 Ani Menua
Das ist ein „Error“ im Stereotyp-System: verschiedene Stereotype überkreuzen sich, und man weiß nicht, was man damit machen soll.

00:36:38 Nikita Heidt
Zum Thema Migration und meine Arbeit:

Wir haben in diesem Jahr etwa 16 Kurse durchgeführt und arbeiten mit Spätaussiedler:innen. Viele Kurse sind online, manche in Berlin, wir machen das deutschlandweit.

Ich habe festgestellt, dass Menschen, die heute kommen, im Vergleich zu denen, die in den 1990ern kamen, einen großen Vorteil haben: Sie haben euch, also eine „zweite Generation“, die bereits hier ist.

Die Generation, die in den 90ern gekommen ist, hat die Schwierigkeiten damals erlebt. Heute haben Behörden Erfahrung mit Spätaussiedler:innen, und es gibt Menschen wie euch, die schon lange hier leben, gut Deutsch sprechen und erklären können, wer die Russlanddeutschen sind.

Was zum Beispiel Peter in seiner Arbeit macht, ist ein gutes Hilfsmittel und zeigt, dass diese Gruppe gut in die Gesellschaft eingebunden ist. Wenn neue Spätaussiedler:innen kommen, haben viele schon etwas gehört.

Ein weiterer Unterschied ist die Zeit: Heute kann man alles im Internet nachlesen, bevor man kommt – wie das Aufnahmeverfahren funktioniert, was man in Deutschland darf und nicht darf.

Ich erzähle gerne eine Anekdote zum Thema Sauna: Ich habe vorher gelesen, dass man hier nackt in die Sauna geht. Ich liebe Sauna, musste mich aber mental darauf einstellen. Das klingt banal, aber es zeigt, wie sehr Informationen helfen.

00:39:01 Julia Boxler
Warst du beim x3-Sommerfest in unserer Sauna?

00:39:06 Eugenie Frank
Stimmt, es gab eine Saunabox, die war richtig cool.

00:39:11 Ani Menua
Beim x3 Fest, genau.

00:39:13 Nikita Heidt
Ich komme nächstes Mal sicher.

Viele, die heute kommen, können sich vorab informieren. Trotzdem ist vieles schwierig. Menschen kommen zu uns, fragen, wie sie etwas machen können.

Als der Krieg begonnen hat, sind viele Spätaussiedler:innen aus Russland zu mir gekommen, haben geweint. Wir haben im Rahmen unserer Arbeit versucht zu helfen.

00:40:19 Julia Boxler
Danke dafür.

Jetzt noch etwas tiefer: Vor uns gab es andere Generationen. Wir drei Frauen sind jeweils in den 1990ern mit unseren Familien gekommen – mit unterschiedlichen fluiden Identitäten.

Ihr habt schon festgestellt, dass es häufig um Identität aus Abwertung geht – um Abwertungserfahrungen, die uns entgegengebracht wurden. Die vorangegangenen Generationen haben das ebenfalls betont.

Ani und ich haben in unserer Aufklärungsarbeit – seit über sechs Jahren – versucht, mit diesen Traditionen zu brechen, indem wir alles aufgreifen, aber in Empowerment übersetzen, in politische Arbeit. Unser Ziel ist die gesellschaftliche Teilhabe.

Dem liegt natürlich Leid zugrunde, aber wir wollen da raus.

Wir erleben bei älteren Generationen, die sehr viel Arbeit in anderen Verbänden und Strukturen geleistet haben, dass ihre Ziele teilweise andere sind. Sie sind stark von transgenerationalen Traumata geprägt – oft ohne diesen Begriff zu verwenden. Ihre Identität baut auf erlebter Benachteiligung auf, und die deutsche Rechtsprechung – die Paragraphen – baut darauf ebenfalls auf.

In Gesprächen spüren wir manchmal Angst, dass unsere Arbeit und unser Empowerment diese Errungenschaften untergraben könnten.

Ist euch das begegnet? Wie geht ihr damit um? Wie seht ihr eure Arbeit in diesen Zusammenhängen?

00:43:04 Eugenie Frank

Ich finde das sehr spannend.

In meiner Arbeit und meiner freiberuflichen Tätigkeit – etwa in Multiplikator:innenschulungen für ehrenamtliche Mitglieder der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland – habe ich viel dazu gearbeitet und mit der älteren Generation gesprochen, die sehr aktiv ist, ihre eigene Geschichte kennt und zum Teil extrem engagiert ist.

Ich bin von den Leistungen vieler dieser Mitglieder beeindruckt: von dem, was sie aufgebaut haben und immer noch leisten – auch an integrativer Arbeit.

Viele gehören zur Erlebnisgeneration oder haben die Narrative ihrer Eltern übernommen, teils selbst Diskriminierung erfahren, etwa dass sie nicht studieren durften. Ihr Leid bezieht sich häufig auf die Sowjetunion.

Sobald sie in Deutschland angekommen sind – viele langjährig Aktive sind bereits vor den 1990ern gekommen –, sind sie im Bewusstsein gekommen: „Wir sind Deutsche, wir wollen als Deutsche unter Deutschen leben.“

Sie wollen sich nicht mit anderen Migrant:innen gleichsetzen. Rein wissenschaftlich betrachtet sind wir aber alle Migrant:innen, sobald wir ein Land verlassen und in einem anderen leben. Auch innerhalb Deutschlands kann man als Binnenmigrant:in gesehen werden.

Ich glaube, hier entstehen Konflikte. Deutschland erzählt lange das Narrativ: „Wir kommen als Deutsche her, wollen als Deutsche unter Deutschen leben.“ Eine migrantische Identität scheint nicht vorgesehen.

Die ältere Generation möchte, dass wir sie hören – dass wir sehen, was sie in der Sowjetunion erlebt und wie sie kämpfen mussten, um hierher zu kommen. Mit den Anträgen gingen oft berufliche Verluste einher.

Das finde ich wichtig. Gleichzeitig wünsche ich mir mehr Solidarität und Verständnis. Es gibt sie durchaus: Ich habe Menschen getroffen, die sagen: „Ich verstehe nicht, warum unsere Leute andere abwerten. Wir haben es doch selbst erlebt.“

Das ist oft eine Typfrage: Wie bist du groß geworden, wie offen bist du gegenüber anderen?

00:46:20 Nikita Heidt
Ich finde, du hast es gut beschrieben.

00:46:24 Ani Menua
Darf ich dir, bevor du antwortest, eine Ergänzung mitgeben?

Du hast neue Strukturen geschaffen, als du hierher kamst. Vielleicht kannst du erklären, warum du das für notwendig gehalten hast und was das in Bezug auf bestehende Strukturen bedeutet – auch in Berlin, wo wir gerade sind.

00:46:54 Nikita Heidt
Als ich nach Berlin gekommen bin, habe ich recherchiert, wo ich mich mit Fragen rund um Russlanddeutsche engagieren kann. Das Thema hat mich in Russland interessiert und ich wollte weitermachen.

Ich sage immer zu dem Satz „Wir waren dort Deutsche, hier sind wir Russen“: Ich war dort Russlanddeutscher und hier bin ich auch Russlanddeutscher.

Ich wollte sehen, was es in Berlin gibt – habe aber kaum etwas gefunden. Später stellte sich heraus, dass es doch Strukturen gab, von denen ich zunächst nichts wusste.

Wir haben dann eine Jugendinitiative gegründet. Das hat gut funktioniert, weil es Bedarf gab.

Im Übergangswohnheim habe ich gemerkt, dass die Menschen sehr wenig über diese Themen wissen. Sie bewegen sich in zwei Richtungen: Einige sagen „Wir sind Deutsche, wir trinken Bier, wir gehen zum Oktoberfest“ – obwohl das kein russlanddeutsches Fest ist. Andere sagen: „Wenn alle mich als Russen sehen, bin ich eben Russe.“

Ich habe gesehen, dass Menschen orientierungslos sind. Also habe ich in diesem Wohnheim eine Jugendinitiative gegründet, um über Russlanddeutsche zu sprechen.

00:49:42 Eugenie Frank
Darf ich fragen, wie du das konkret gemacht hast?

Ich erinnere mich an die 1990er und daran, wie wenig Infrastruktur es gab. Du hast schon das Internet erwähnt. Es hängt viel von Raum und Zeit ab. Gab es jemanden, der dich unterstützt hat?

Wusstest du durch deine Erfahrungen in Russland, wie man einen Verein gründet? Oder bist du einfach gestartet?

Ich finde es beeindruckend: Man kommt hierher, gründet einen Verein, bringt viele Leute zusammen. Ich glaube, viele, die jetzt ankommen, sind dir und deinem Verein dankbar. Es ist eine junge Anlaufstelle, weil die vorhandenen Strukturen überwiegend alt sind.

00:50:33 Nikita Heidt
Am Anfang haben wir es einfach gemacht – ohne zu viele Fragen. Wir haben uns „Initiativgruppe“ genannt, das erste Treffen im Wohnheim gemacht.

Kontakte haben geholfen: In Moskau war ich bei „Jugend der Deutschen in Europa“ aktiv, diese Organisation wurde unser Partner. Sie hatten keine russlanddeutsche Gruppe in Deutschland. Wir haben dann gemeinsam diese Gruppe gegründet.

Später hat mich eine Mitarbeiterin zu einer anderen Organisation eingeladen, in deren Rahmen wir das Projekt „Gemeinsam unterwegs“ umgesetzt haben. Dort habe ich gemerkt, dass es schwierig ist, mit bestimmten Fragen weiterzuarbeiten.

Dann habe ich direkt mit dem BAMF kommuniziert und gefragt, ob wir „Gemeinsam unterwegs“ weiterführen können, wenn wir einen eigenen Trägerverein gründen. Das war möglich.

Wir sind erfolgreich, nicht weil wir besondere Kontakte haben, sondern weil viele andere Träger heute kaum Spätaussiedler:innen finden. Das ist ein strukturelles Problem.

Die aktuellen Zahlen sind niedriger – etwa 4.500 Menschen sind im letzten Jahr als Spätaussiedler:innen gekommen. Es ist auch für uns nicht leicht, sie zu erreichen. Aber wir sind tief in der Thematik, und ich halte die Arbeit für wichtig.

Ich gehe nicht in andere Gruppen, nicht weil ich mich nicht identifizieren würde – mein Opa und meine Familie kommen aus der Ukraine, ich spreche etwas Ukrainisch, bin mit der ukrainischen Community verbunden und habe auch andere Identitäten.

Aber für mich ist es wichtig, genau mit dieser Gruppe – den Russlanddeutschen – zu arbeiten.

00:53:15 Julia Boxler
Mit eurer Arbeit bei „Warum bin ich hier?“ – das war euer Club – und Riwwe als Träger haben wir bemerkt, dass ihr eure Teilhabe signalisiert, auch politische Teilhabe.

Ihr begleitet Politik kritisch, hinterfragt Entscheidungen, fordert heraus. Das gehört zur Verantwortung.

Du hast 1993 schon erwähnt, dass es heute wenige Menschen gibt, die noch kommen. Vielleicht kannst du kurz erläutern, warum 1993 ein so wichtiges Datum ist und welche politischen Herausforderungen sich daraus für Träger wie euch ergeben – und für Positionen, die sich darauf stützen.

00:54:33 Nikita Heidt
Gute Frage. Ich fange an, und du kannst gerne ergänzen, Eugenie.

Zum Thema Spätaussiedler:innen-Politik habe ich leider oft gesehen, dass Fragen wie „Wie können heute noch Menschen nach Deutschland kommen?“ wenige interessieren. Viele sind selbst Spätaussiedler:innen, bereits in Deutschland, und kümmern sich vor allem um ihre eigenen Probleme – Rente, soziale Absicherung.

Das ist menschlich. Aber dadurch bleiben Fragen zu den jüngeren Generationen oft ungeklärt.

00:55:33 Eugenie Frank
Ich würde gern einen Schritt zurückgehen und rechtlich erklären, warum 1993 entscheidend ist.

Deutschland hat nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion festgestellt, dass sehr viele Russlanddeutsche oder Deutsche aus der Sowjetunion Anträge auf Aussiedlung gestellt haben.

In den 1990ern – Baseballschlägerjahre – stellte sich die Frage: Wie rechtfertigen wir, dass diese spezifische Migrant:innengruppe weiter einreisen darf, während wir gleichzeitig 1993 den Asylkompromiss verabschieden – bis dahin die schärfste Asylrechtsreform?

Bis Ende 1992 gab es den Status „Aussiedler“. Man konnte ohne Sprachtest, mit Rentenanerkennungspunkten einreisen, auch ausländische Ehepartner:innen konnten mit einreisen und bekamen ebenfalls Punkte. Es waren oft ethnisch deutsche Ehen.

Dann hat das Parlament beschlossen, einen Riegel vorzuschieben, weil „zu viele“ kamen. Das Bundesvertriebenengesetz wurde reformiert. Es wurde festgelegt, dass maximal eine bestimmte Zahl pro Jahr kommen darf. Rentenansprüche wurden geändert, die Stellung angeheirateter, nicht-deutscher Partner:innen verschlechtert. Später kamen Sprachtests hinzu, weil die deutsche Identität im Herkunftsgebiet immer mehr verloren ging.

00:57:56 Julia Boxler
1993 ist auch deshalb interessant, weil alle, die bis Ende 1992 geboren sind, noch Anträge stellen dürfen. Alle, die ab dem 01.01.1993 geboren sind, können nicht mehr selbstständig als Nachfahren kommen – nur noch zusammen mit älteren Verwandten.

Damit war für Westeuropa, also Deutschland, die offizielle Nachkriegszeit in Bezug auf diese Gruppe beendet. Das in Paragraphen gefasste „Kriegsfolgeschicksal“, auf das wir uns häufig beziehen, galt ab diesem Datum für nach 1993 Geborene nicht mehr.

Das hängt mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und anderen bürokratischen Fragen zusammen. Vielleicht kannst du dazu noch etwas ergänzen.

00:59:12 Eugenie Frank
Ab diesem Zeitpunkt hat Deutschland vermehrt Projekte in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion gefördert – zur Unterstützung der deutschen Minderheiten vor Ort, zur Sprachförderung. Diese Förderung diente auch dazu, möglichst weniger Menschen nach Deutschland migrieren zu lassen.

00:59:42 Julia Boxler
Diese Projekte wurden vom Bundesinnenministerium getragen, nicht vom Auswärtigen Amt, obwohl es um Arbeit in Kasachstan und anderen Ländern ging.

Danke für diese wichtigen Ergänzungen.

00:59:57 Nikita Heidt
Es ist wichtig zu erwähnen: Es gibt heute keine eigenständige „ethnisch deutsche Migration“ mehr. Es gibt keine Möglichkeit, allein aufgrund der deutschen Herkunft nach Deutschland zu kommen.

Es geht um das Kriegsfolgeschicksal, geregelt im Bundesvertriebenengesetz. Der relevante Stichtag ist der 31.12.1992. Spätaussiedler:innen können nur sein, wer vor oder bis zu diesem Datum geboren ist.

Menschen, die nach dem 01.01.1993 geboren sind, sind nicht als eigene Antragsteller:innen vorgesehen. Das ist nicht die Idee dieses Gesetzes.

Heute sehen wir aber politisch – etwa im Koalitionsvertrag – dass der Bundesbeauftragte, Herr Dr. Bernd Fabritius, Möglichkeiten schaffen möchte, dass auch nach 1993 Geborene kommen können. Vermutlich mit anderen Rechten als bisher, vielleicht ohne direkten Staatsangehörigkeitserwerb.

Ich finde es gut, diese Möglichkeit zu schaffen, weil das Kriegsfolgeschicksal nicht an einem Datum endet.

01:02:23 Julia Boxler
Warum hat er das nicht früher gemacht? Es ist ja schon lange klar.

Ich verstehe, was du sagen willst – ich adressiere es trotzdem: Manchmal wirkt das wie Klientel- und Symbolpolitik. Ich hoffe natürlich, dass für Betroffene Möglichkeiten geschaffen werden.

Ich frage mich aber, warum solche großen Versprechungen erst jetzt kommen und nicht in früheren Legislaturen, in denen dieselben Personen oder Parteien Einfluss hatten.

Wir müssen darauf jetzt nicht weiter eingehen, weil wir uns eher auf Berlin konzentrieren. Berlin ist Bundeshauptstadt, aber auch eine Stadt mit eigenen Dynamiken.

Du hast beschrieben, dass deine neu gegründeten Clubs und Träger hier Raum gefunden haben, weil trotz bestehender Strukturen Platz für neue Angebote war.

Berlin ist sehr „kiezig“, aus Dörfern gewachsen. Wenn es Angebote in Marzahn oder Schöneberg gibt, richten sie sich häufig an die Menschen vor Ort. Ihr habt bewusst zentrale Angebote geschaffen, was ein Vorteil ist.

Wir müssen langsam Richtung Ende kommen.

01:04:47 Ani Menua
Ich möchte noch eine Abschlussfrage stellen, zum Verhältnis von „neu“ und „alt“.

Wenn neue Strukturen entstehen, müssen sie nicht als direkte Konkurrenz zu alten gesehen werden. Es geht eigentlich nicht um Konkurrenz, sondern um Ergänzung, weil unterschiedliche Zielgruppen adressiert werden.

Das ist zielgruppenorientierte Bildungsarbeit und zivilgesellschaftliche Arbeit.

Wie schafft man es, dieses Konkurrenzdenken abzubauen, damit wir nicht permanent Care-Arbeit in Richtung „Anerkennung der Vorarbeit“ leisten müssen – also nicht immer wieder erklären müssen, dass die Arbeit der vorherigen Generationen wichtig ist, sondern selbstverständlich aufeinander aufbauen?

01:05:56 Julia Boxler
Ergänzend: Es ist gut, dass es verschiedene Angebote gibt, ohne dass alles zentral verwaltet werden muss.

In Berlin gibt es zum Beispiel die Ansprechperson für Deutsche aus Russland, Spätaussiedler und Vertriebene, Walter Gauks – als Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit.

Diese Arbeit betrifft vielleicht nicht unseren Alltag, aber andere Menschen, die sich dort wiederfinden – bei Festen, Gedenktagen etc.

Wie geht ihr mit diesen Konkurrenzgefühlen um, die wir ja auch in postmigrantischen Kontexten bundesweit haben?

01:07:14 Eugenie Frank
Meine Lieblingsantwort aus der politischen Bildung lautet: Es bräuchte ausreichend Finanzierung und Strukturförderung.

Dadurch entsteht sehr viel Konkurrenz: Organisationen und Projekte, die eigentlich für dieselbe Sache kämpfen, stehen in Konkurrenz um Fördermittel, weil sie ihre Teams finanzieren müssen.

Es geht am Ende ums wirtschaftliche Überleben. Kontinuierliche, verlässliche Förderung würde die Konkurrenz deutlich reduzieren.

Wir haben alle die aktuellen Kürzungen mitbekommen – in Berlin, im Bundeshaushalt. Viele Antidiskriminierungsstellen können sich nicht mehr finanzieren, weil Kommunen kein Geld haben.

Das ist strukturell problematisch.

Zu den Landsmannschaften: Ich habe dort viel gelernt und bin beeindruckt von dem, was die älteren Mitglieder geleistet haben – mit ihren Geschichten und ihren Herausforderungen nach der Migration.

Das waren positive Geschichten, die mir gut getan haben. Auch wenn wir politisch nicht immer einer Meinung sind: Da sind stabile Demokrat:innen, die viele Leute zusammengebracht und Community-Projekte aufgebaut haben. Das möchte ich nicht missen.

Mein Wunsch – sozusagen als Abschlussplädoyer – wäre: mehr Solidarität zwischen verschiedenen Gruppen bei gleichzeitiger Anerkennung der jeweiligen Spezifika.

01:09:32 Julia Boxler
Ja.

01:09:35 Eugenie Frank
Es braucht gemeinsame Räume, gemeinsames Arbeiten gegen die deutsche Dominanzgesellschaft und Leitkultur. Dieses Land ist ein Einwanderungsland, wir sind divers, und das sollte repräsentiert werden.

Gleichzeitig braucht es Räume für die eigenen Spezifika der jeweiligen Gruppen.

01:10:04 Nikita Heidt
Du hast alles sehr gut erwähnt.

Ich möchte aus meiner Erfahrung ergänzen: Konkurrenz ist schwierig, aber nicht automatisch schlecht. Sie hilft, besser zu werden.

Wenn wir sehen, dass ein anderes Büro anders filmt, andere Geräte benutzt, überlegen wir: „Was können wir verbessern?“

Als Geschäftsführer würde ich mir manchmal weniger Konkurrenz wünschen, aber grundsätzlich ist es normal.

Wir können nur mit anderen Akteur:innen gute Arbeit leisten. Sie haben etwas, wir haben etwas, zusammen haben wir mehr.

In Russland haben wir in den Organisationen der Russlanddeutschen ähnliche Diskussionen: „Die aus Moskau sind komisch, in Sibirien sind die echten Deutschen.“

In Deutschland habe ich ähnliche Erzählungen gehört. In Argentinien gibt es die Verbände FADA und FARC – einer für alle Deutschen, einer nur für Wolgadeutsche – die ebenfalls nicht konfliktfrei zusammenarbeiten.

Konkurrenz gibt es überall. Wichtig ist, sie nicht zu übertreiben und trotzdem Gemeinsamkeiten zu suchen.

Sie sind Spezialist:innen für eine Sache, wir für eine andere. Was können wir zusammen machen?

01:12:47 Ani Menua
Es sind auch zwei unterschiedliche Arten von Konkurrenz:

Das eine ist der Wettbewerb um Gelder im neoliberalen Fördersystem, das politisch motiviert Mittel kürzt und Strukturen lahmlegt. Das ist Konkurrenz auf Basis von Macht.

Das andere ist der Austausch, den wir jetzt haben: Wir sind im weiten Sinne Konkurrent:innen, aber wir tauschen uns aus, versuchen zu verstehen, was die anderen machen, und sehen, wo Handlungsbedarf besteht, um uns ergänzend zu verhalten.

01:13:40 Nikita Heidt
Guter Hinweis.

Wenn Kürzungen kommen, obwohl Strukturen jahrzehntelang existiert haben, muss das gut begründet sein. Es darf nicht einfach passieren, dass Menschen, die gute Arbeit leisten, plötzlich ohne Ressourcen dastehen. Das ist schlecht.

01:14:14 Julia Boxler
Das ist unprofessionell. Wir wissen, dass ihr da auf die Finger schauen und nachfragen werdet – das macht ihr ja schon.

Eugenie, du wolltest noch etwas sagen, dann mache ich das Abschlusswort.

01:14:28 Eugenie Frank
Ich würde gerne anknüpfen: Wir haben unser Gespräch stark auf unseren Aktivismus und unsere politische Arbeit aus der Perspektive von Aussiedler:innen und Spätaussiedler:innen fokussiert.

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass wir in einer postmigrantischen Realität leben. Postmigrantisch bedeutet nicht, dass Migration „vorbei“ ist, sondern dass Migrant:innen sich ihren Platz in der Gesellschaft erkämpfen.

Wir stehen in Konkurrenz zur Dominanzgesellschaft und loten aus, ob wir einen Platz finden. Diesen Weg haben uns andere Gruppen geebnet: Schwarze Menschen in Deutschland, Gastarbeiter:innen, andere Communities.

Wir könnten unsere Kämpfe so nicht führen, wenn es sie nicht gäbe. Wir würden nicht von einer Einwanderungsgesellschaft sprechen, wenn sie nicht vorher gekämpft hätten.

01:15:53 Julia Boxler
Genau.

01:15:53 Ani Menua
Sie haben im Grunde den postmigrantischen Begriff mitgeprägt.

01:15:56 Julia Boxler
Wenn wir kurz auf das Wort „Landsmannschaften“ schauen: In den 1980ern und 1990ern gab es portugiesische, griechische, türkische Landsmannschaften – viele Hand in Hand.

Ich bin zuversichtlich für unsere Generation und die kommenden. Es ist ein natürlicher Prozess, zu sehen, was in den Generationen „hängen bleibt“.

Es gibt viel Verbindendes – transgenerational bei uns, aber auch gesamtgesellschaftlich in der Breite, in der Diversität, die wir mitdenken. Bei PostOst ist Mehrfachzugehörigkeit Programm. Nikita, du hast das mehrfach betont, und Eugenie, du hast es wissenschaftlich beschrieben – wie viele andere Publikationen auch.

Wir müssen hier Schluss machen. Es war super, dieses Thema wieder aufgegriffen zu haben – eines der Themen, mit denen wir 2019 begonnen haben.

Mal schauen, wie sich alles weiterentwickelt. Hört euch auf jeden Fall die zweite Folge an, wir verlinken alles untereinander.

Folgt uns, folgt unseren Gäst:innen, ihren Accounts, ihren Organisationen. Kommt vorbei, schreibt ihnen, wenn ihr Austausch wollt.

Unterstützt uns auch: Ihr habt mitbekommen, dass wir nicht mehr regelmäßig erscheinen, weil wir keine dauerhafte Förderung haben. Diese Folge ist gefördert – die andere auch –, aber sonst sind wir auf eure Unterstützung angewiesen. Bewertet uns, schreibt uns, das hilft unserer Sichtbarkeit.

Vielen Dank und bis bald.

01:18:32 Eugenie Frank
Vielen Dank euch.

01:18:33 Nikita Heidt
Dankeschön.

01:18:35 Ani Menua
Danke, dass ihr da wart.

01:18:36 Julia Boxler
Ciao.

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